Das Förderprogramm Fußverkehrs-Check NRW

Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt, und deshalb soll das Gehen in Euskirchen nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Euskirchen vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als Teilnehmerin ausgewählt. Die sogenannten Fußverkehrs-Checks liefern praxisnahe Analysen vor Ort, binden Bürgerinnen und Bürger aktiv ein und zeigen konkrete, schnell umsetzbare Maßnahmen auf, um Wege sicherer, attraktiver und barriereärmer zu gestalten. Euskirchen ist seit 2016 Mitglied im Zukunftsnetz Mobilität NRW, dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung.

Zu Fuß zu gehen halte nicht nur fit und schütze das Klima, sondern stärke auch das Miteinander, betont Umweltminister Oliver Krischer: „Damit das gut funktioniert, brauchen wir sichere und direkte Wege. Die Fußverkehrs-Checks helfen Kommunen dabei, ihre Orte aus der Perspektive der Menschen vor Ort in den Blick zu nehmen und konkrete Verbesserungen anzustoßen. Dass sich so viele Städte und Gemeinden aus Nordrhein-Westfalen dafür interessieren, zeigt, wie wichtig gute Bedingungen für den Fußverkehr vor Ort sind.“

Gemeinsam für bessere Bedingungen zu Fuß

„Fußverkehrs-Checks“ sind ein Angebot des Zukunftsnetz Mobilität NRW, dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung. Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland, erläutert das Prinzip: „Der Fußweg ist ein wichtiger Bestandteil der Mobilitätswende. Auch wir als Aufgabenträger für den Schienennahverkehr und Förderbehörde für den ÖPNV beachten das, etwa beim Aufbau von Mobilstationen. Deshalb ist es uns wichtig, als Träger des Zukunftsnetz Mobilität NRW die Förderung des Fußverkehrs auch auf kommunaler Ebene zu unterstützen.“ Durch den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Zielgruppe kann so auch die Beteiligungskultur gestärkt werden.

Für einen professionellen Ablauf wird der gesamte Prozess von einem Fachbüro begleitet. Dieses moderiert die einzelnen Schritte, wertet die Ergebnisse aus und bereitet sie so auf, dass die Verwaltung von Euskirchen darauf aufbauend konkrete Maßnahmen entwickeln kann. Landesweit hatten sich 41 Kommunen beworben, zwölf von ihnen erhielten den Zuschlag. Für die ausgewählten Kommunen ist der gesamte Check kostenfrei, die Finanzierung übernimmt das Land Nordrhein‑Westfalen.

Konkrete Pläne in Euskirchen

Für die Stadt Euskirchen bekräftigt der Technische Beigeordnete Wolfgang Honecker die Zielsetzung, den Fußverkehr stärker in den Fokus zu nehmen: „Mit Aufstellung des Mobilitätskonzepts und des Radverkehrskonzepts verfügt die Stadt Euskirchen bereits über ein umfangreiches Maßnahmenpaket der Mobilität. Nun geht es darum, dem schwächsten Verkehrsteilnehmer mehr Aufmerksamkeit zu widmen, um das Zu-Fuß-Gehen für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt attraktiver zu machen.“

Das Mobilitätskonzept samt Maßnahmensteckbriefen wurde 2022 vom Rat der Stadt Euskirchen beschlossen. Hierin enthalten sind zahlreiche Fußverkehrsmaßnahmen. Während das Thema Radverkehr sowohl im öffentlichen, wie im verwaltungsinternen Interesse angekommen ist, wird der Fußverkehr – auch in Euskirchen – häufig noch vernachlässigt. Der bisherige Fokus bei der Umsetzung von Maßnahmen lag auf dem Radverkehr und der ÖPNV-Förderung. Der Fußverkehr ist Teil des Mobilitätskonzeptes und soll, angestoßen durch die Möglichkeit des Fußverkehrschecks, Fahrtwind aufnehmen. Wir wissen schon genau, wo wir ansetzen wollen und in welchem Ortsteil wir genauer hinschauen wollen“ erläutert die Mobilitätsmanagerin Frau Bülten. „Durch den professionellen Check und die Begleitung durch ein Fachbüro bekommen wir die Chance, in die Fußverkehrsförderung einzusteigen und gleichzeitig die Bürgerbe­teiligung voranzutreiben.“

Bewährte Methode für Kommunen

Seit 2019 bietet das Zukunftsnetz Mobilität NRW seinen Mitgliedern den „Fußverkehrs-Checks NRW“ an. Die bewährte Methode enthält mehrere Bausteine. Begehungen sind das Kernstück – sie geben den Teilnehmenden vor Ort die Gelegenheit, Probleme und Sichtweisen auszutauschen und neue Lösungsansätze und Ideen zu diskutieren. Es folgt eine Stärken-Schwächen-Analyse sowie die Erstellung eines Maßnahmenplans mit Prioritäten, die gemeinsam von Bürger*innen und Expert*innen erarbeitet werden.

Die verschiedenen Etappen werden von einem Planungsbüro begleitet, das die Veranstaltungen moderiert, die Themen bündelt und die Ergebnisse zusammenfasst. Zum Abschluss bekommt jede teilnehmende Kommune eine Auswertung und Handlungsempfehlung. Die Umsetzung ist freiwillig, das Zukunftsnetz Mobilität NRW berät die Kommunen auf Wunsch zur Generierung möglicher Fördermittel. Die Kosten werden vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Nordrhein-Westfalen übernommen.