Hitzeaktionsplanung Kreis Euskirchen und Kommunen

Der „Hitzeaktionsplan des Kreises Euskirchen und seiner Kommunen“ in seiner Erstversion 2026 stellt ein Grunddokument dar und wird jährlich fortgeschrieben. Alle Erkenntnisse und Daten aus dem laufenden Jahr 2026 werden in der Folgeversion berücksichtigt, die voraussichtlich im Frühjahr 2027 veröffentlicht wird. 

Allgemeine Information

Der Klimawandel und die damit verbundenen Auswirkungen gelten als eine der größten globalen Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit.

In Europa hat die Anzahl und Schwere von Hitzewellen in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen. Der Sommer im Juni und Juli 2026 war der historische Rekord mit den bislang höchsten gemessenen Temperaturen, teils über 41 bis 45 °C.

Bedeutung für den Kreis Euskirchen und seine Kommunen 

Beobachtete und projizierte Klimaveränderungen verdeutlichen, dass bereits bei einem moderaten Anstieg der Temperaturen die Mitteltemperaturen im Kreis Euskirchen um 0,8 °C – 1,6 °C bis 2050 und um 1,4 °C – 2,7 °C bis 2100 zunehmen werden. Mit Annahme des zurzeit am wahrscheinlichsten eintretenden Worst-Case-Szenarios zeigt sich laut Klima-Atlas NRW des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK) für den Kreis Euskirchen eine deutliche Zunahme der heißen Tage, der Niederschlagmengen und der Waldbrandgefahr (entsprechende Abbildungen auf Seite 5 und 6). Es ist ersichtlich, dass die Kommunen aus der südlichen Eifelregion ebenso mit dem Erwärmungsphänomen zu kämpfen haben wie die nördlicheren, städtisch geprägten Kommunen.

Handlungsnotwendigkeit Hitzeaktionsplanung

Die Zunahme der Hitzetage im Kreis Euskirchen bedeuten eine besondere Belastung und ein erhöhtes Gesundheitsrisiko, insbesondere für vulnerable Gruppen wie alte, geschwächte und besonders junge Menschen. Je mehr heiße Tage aufeinanderfolgen, desto höher ist die Gesundheitsgefährdung nicht nur für Risikogruppen, sondern auch für junge und gesunde Menschen. 
Die vorliegenden Daten belegen die klare Relevanz einer Hitzeaktionsplanung zur gesundheitlichen Vorsorge bei Hitzewellen für den Kreis Euskirchen.

Umfrageergebnisse von stationären und ambulanten Versorgern sowie der Bevölkerung

In den Betroffenheitsabfragen hat sich gezeigt, dass die thermische Belastung im Kreis Euskirchen gefühlt zunimmt. Der Bedarf einer strategischen Hitzeaktionsplanung wurde zudem von einer Mehrheit der befragten Einrichtungen und ambulanten Versorgern gesehen. Die Schwerpunkte für eine Umsetzung lagen in der Öffentlichkeitsarbeit, bei technischen oder natürlichen Verschattungen, Klimatisierungen und Flüssigkeitsversorgung. Insgesamt fühlten sich 75,2 % der Umfrage-Teilnehmenden durch Hitze beeinträchtigt.

Hitzeaktionsplanung als dynamischer Prozess 

Diese Hitzeaktionsplanung wird federführend von der Fachstelle Umweltmedizin (Team 53.3, Gesundheitsschutz) der Abteilung 53, Gesundheit, des Kreises Euskirchen koordiniert.

Die Vertreter der Kommunen des Kreises Euskirchen, welche bereits im interkommunalen Klimateam organisiert sind, wurden zu Beginn der Hitzeaktionsplanung zwecks gemeinschaftlicher Absprachen in einer separaten Gruppe „Hitzeaktionsplanung“ zusammengefasst. 

Erste erarbeitete Schritte der Hitzeaktionsplanung

  1. Stärkung der Gesundheitskompetenz: Um die Bürgerinnen und Bürger des Kreisgebietes auf bevorstehende Hitzeereignisse vorzubereiten und sie in ihrer Kompetenz zum Schutz der eigenen Gesundheit zu stärken, wird ein Maßnahmenkatalog Risikokommunikation („R“-Maßnahmen) gestaltet und umgesetzt.
  2. Management akuter Hitzeereignisse: Um die Bevölkerung des Kreises großflächig und umfangreich über bevorstehende Hitzeereignisse zu informieren, wird ein Maßnahmenkatalog Akutmaßnahmen („A“-Maßnahmen) gestaltet und umgesetzt.
  3. Management umweltbezogener Ereignisse im Zusammenhang mit steigender Hitze: Um die Bevölkerung mittel- und langfristig vor möglichen umweltbezogenen Gesundheitsgefahren zu schützen, wird ein Maßnahmenkatalog Prävention („P“-Maßnahmen) gestaltet und umgesetzt.

Der vollständige Hitzeaktionsplan V1.0/2026 des Kreises Euskirchen für den Kreis und seine Kommunen sowie weitere Informationen und Downloads werden auf dem Hitze-Info-Portal vom Kreis Euskirchen bereitgestellt.