Mobilstation Kuchenheim ausgezeichnet

Den Bahnhof als Mobilitätsdrehscheibe ausbauen und mit dem Zusammenspiel aus SPNV (Schienenpersonennahverkehr), Bus, Radverkehr, Bike-Sharing, P+R und hochwertigen Informations- und Aufenthaltsangeboten gute Anschlussmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger schaffen. Dafür wurde das Projekt „Mobilstation Kuchenheim“ heute im Bundeswettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ ausgezeichnet.

Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) würdigen mit dem Wettbewerb insgesamt 20 Projekte. Sie zeigen, wie sich Bahnhöfe in ländlichen Räumen besser mit Bussen, On-Demand-Angeboten, Fuß- und Radverkehr sowie weiteren Mobilitätsangeboten verknüpfen lassen. Ziel sind verlässliche Reiseketten, die auch ohne eigenes Auto im Alltag funktionieren.

Multimodal und flexibel ans Ziel

Die Mobilstation Kuchenheim setzt dort an, wo die Verknüpfung der verschiedenen Verkehrsträger aufgrund fehlender sicherer Abstellmöglichkeiten für Fahrräder, keiner übersichtlichen Information oder auch fehlender funktionaler Gliederung der Flächen noch nicht optimal gestaltet war. Die Stadt Euskirchen zusammen mit dem Verkehrsunternehmen SVE, der Deutschen Bahn und go.Rheinland hat daher den Ausbau des Bahnhofs Kuchenheim zur Mobilstation vorangetrieben. Mit der Einrichtung einer überdachten Fahrradabstellanlage, abschließbarer Fahrradboxen, einer digitalen Informationsstele oder auch einer Radservicestation stehen den Bürgerinnen und Bürgern eine Vielzahl verschiedener Angebote zur Verfügung, um ihre Mobilität multimodal und flexibel zu gestalten. 

Mit dem Ausbau des Bahnhofs Kuchenheim zu einer Mobilstation können neue Wegeketten entstehen: Mit dem E-Bike zum Bahnhof, das E-Bike sicher in einer der Fahrradboxen abstellen, mit dem Zug nach Euskirchen und dort vielleicht noch auf das eifel e-Bike steigen und die letzte Meile zur Arbeit oder zum Hobby zurücklegen. 

Weitere Informationen zur Vermietung der Fahrradboxen am Bahnhof in Kuchenheim finden Sie hier (Fahrradboxen-Vermietung - SVE Stadtverkehr Euskirchen GmbH).

Eines von 20 ausgezeichneten Projekten

Die Mobilstation Kuchenheim gehört zu den 20 Gewinnerprojekten des bundesweiten Wettbewerbs „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“. Das Projekt erhält ein Preisgeld von 5.000 Euro. 

Wolfgang Honecker, Technischer Beigeordneter, Stadt Euskirchen]: „Die Auszeichnung für die Mobilstation Kuchenheim bestätigt unseren Ansatz: Der Bahnhof ist mehr als ein Haltepunkt – er ist der Dreh- und Angelpunkt für eine Mobilität, die im Alltag funktioniert. Mit sicheren Abstellanlagen, digitaler Information und flexiblen Angeboten schaffen wir gute Anschlussmöglichkeiten zwischen Bahn, Bus, Rad und Sharing. So wird es für die Menschen in Kuchenheim und der Region leichter, auch ohne eigenes Auto mobil zu sein.“

Sabine Poschmann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Wer auf dem Land lebt, darf ohne eigenes Auto nicht abgehängt sein. Gute Mobilität bedeutet Teilhabe – und sie macht Gemeinden zu attraktiveren Orten zum Leben und Arbeiten. Die ausgezeichneten Projekte zeigen, was vor Ort möglich ist, wenn Kommunen und Verkehrsunternehmen gemeinsam anpacken. Davon brauchen wir mehr.“

Dr. Peter Jakubowski, Leiter des BBSR: „Ein guter Bahnanschluss hilft wenig, wenn man die letzten Kilometer nicht weiterkommt. Die ausgezeichneten Projekte setzen genau dort an: Sie stimmen Busse auf Züge ab, bringen Menschen aus den Ortsteilen zum Bahnhof und sorgen für sichere und kurze Wege beim Umsteigen. Das sind Lösungen, die den Alltag konkret erleichtern. Und viele davon lassen sich auch andernorts umsetzen. Genau deshalb machen wir sie mit diesem Wettbewerb sichtbar.“

Alle ausgezeichneten Projekte werden auf Mobilikon, dem Online-Nachschlagewerk des BBSR für kommunale Mobilität, vorgestellt. Es bündelt Praxisbeispiele und Informationen zu Mobilitätslösungen und unterstützt Kommunen dabei, passende Ansätze für die Situation vor Ort zu finden.

Hintergrund: Bundesprogramm Region gestalten

Der Wettbewerb „Anschlüsse gestalten. Mobil in ländlichen Räumen“ wurde im Rahmen des Bundesprogramms Region gestalten durchgeführt. Mit dem Programm unterstützt das BMWSB Projekte mit besonderem Fokus auf ländliche Räume. Ziel ist es, neue Ansätze für die räumliche Entwicklung zu erproben und Erkenntnisse für andere Regionen nutzbar zu machen.

Das BBSR begleitet die Projekte wissenschaftlich, bereitet Erfahrungen für die kommunale Praxis auf und macht übertragbare Lösungsansätze zugänglich.