KUNST IM RATHAUS – „es“ NEUDEUTEN

"Hochspannung" von Manfred Storn

In der Reihe Kunst im Rathaus findet in der Zeit vom 17.04.-19.06.2015 die Ausstellung
 „es“ NEUDEUTEN
 Der Blick auf besonders Normales.
 Der Blick auf normales Besonderes.
des Künstlers Manfred Storn statt. Er zeigt Fotografien, Aquarelle, Gemälde, Karikaturen und  Objekte - Sehenswertes, Auffälliges und Wahrnehmenswertes, zu einem großen Teil aus Euskirchen.

NEUDEUTEN - „Ich suchte nach einen griffigen Wort, das meine Anmutung für EU - EUskirchen beschreibt - eine Stadt in einem wunderbaren Umfeld. EU-skirchen, d-EU-tschland, EU-ropa, NEUDEUTEN! Wer die Ausstellung sieht, soll anschließend anders herauskommen: Nachdenken, sich freuen, froh sein, sie gesehen zu haben!“
„es“- fiel ihm sozusagen in den Schoß - eine Flaumfeder, achtlos an den Gehsteigrand geweht. Ästhetik pur!

Seine Aquarelle sollen in erster Linie gefallen, die Stimmung des Augenblicks wiedergeben. „Das Wissen dazu habe ich französischen Aquarellmalern abgeluchst, mich aber auch bei Macke, Marck und besonders Sonja Delaunay umgesehen.“
Blumenbilder, Landschaften, Städteansichten aus Euskirchen, Bonn, Eifel sind die bevorzugten Sujets.

Die Motive der Fotografien zeigen vorwiegend besondere Augenblicke: Oben, wie auf dem Hochseil artistisch turnende Männer, in schwindelnder Höhe Strippen ziehend - um unsere Energieadern an den Himmel zu schrauben. Leitungen, die jeder braucht, aber keiner vor seiner Haustür haben möchte - Floriansprinzip! Unten Landwirte, die dem Boden mit ihrer Hände Arbeit die Ernte abringen: Himmel und Ääd!

Politische Karikaturen entstehen meist aus Ärger über Ungerechtigkeit oder Asymmetrie öffentlichen Handelns, so auch bei Manfred Storn. Einige Arbeiten aus seiner politischen Zeit nehmen später eingetroffene lokale Entwicklungen als Ahnung vorweg.

Ironisch bissig dokumentiert Storn den seiner Ansicht nach stattfinden Ausverkauf „sale“ unserer Sprache und Werte mit Objekten: Kruzifixe, allesamt auf einem einzigen Erftauenflohmarkt für das Objekt erworben, warten in einem Koffer angeblich auf Interessenten.

„Letztendlich ist das meiste, das ich ausstelle, doch nur Papier mit etwas Farbe. Das Foto nie die Realität, sondern immer nur ein Ausschnitt, jedes Bild, jedes Objekt der gestaltete Augenblick eines besonderen Augenblicks.“ so Storn über seine künstlerische Arbeit.

Manfred Storn war 15 Jahre Mitglied des Rates der Kreisstadt Euskirchen, davon fünf Jahre als 1. stellvertretender Bürgermeister. Acht Jahre lang war er Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Euskirchen. Auch das in seiner politischen Zeit Erlebte fließt in seine Kunst mit ein.

Aufgewachsen in Aalen, am Rande der schwäbischen Alb, drängte er früh in künstlerisches Schaffen. „Oft malte ich für Projekte meines Kunstlehrers, Sieger Köder, statt im Unterricht zu sein.“ Nach dem Lehramtsstudium in Tübingen und Bonn unterrichtete er Kunst, Werken, Fotografie, Wirtschaft, Mathematik und IT an einer Hauptschule.

Musikalisch umrahmt wird die Ausstellungseröffnung von Papasax aus Berlin (www.papasax.de, www.tempeljazz.com). Passend zur Ausstellung werden Improvisationen auf dem Sopransaxophon und dem Hang zu hören sein.

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Rathauses, Kölner Straße 75, besichtigt werden:
montags, mittwochs und freitags von 8.30-12.30 Uhr,
dienstags und donnerstags von 8.30-16.30 Uhr.