Ein Quartiersbüro für Euskirchen

Fast alle Menschen in Euskirchen kennen das Viehplätzchenquartier: Das Viertel war stigmatisiert und litt unter einem schlechten Image. Seit einigen Jahren aber werden große Anstrengungen unternommen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken: Polizei und Ordnungsbehörde erhöhten ihre Präsenz und führten vermehrt Kontrollen durch. Die Anlaufstelle Konfliktmanagement „AnKE“, mit einem mediatorischen Außendienstteam ist im Quartier präsent. Als weiteres Steuerungsinstrument wurde der „Runde Tisch Viehplätzchenquartier“ initiiert: Hier treffen sich regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter von Stadtverwaltung (AnKE-Stelle, Ordnungsamt, Quartiersmanager), Polizei, Caritas und interessierte Quartiersbewohner. Stadtgestaltung, Verkehrssituation, öffentlicher Alkoholkonsum, Sauberkeit, Begrünung, soziales Miteinander - viele Themen kommen auf den Tisch. Gemeinsam werden Probleme im Viertel besprochen und Lösungsansätze diskutiert. 

Ein besonders sichtbares Zeichen, dass sich im Viehplätzchenquartier etwas Positives bewegt, ist das vor einiger Zeit eingerichtete Quartiersbüro in der Bischofstraße 1: Hier trifft sich jeden Freitag eine Gruppe von interessierten Anwohnenden mit dem Namen „Viehplätzchengruppe – besser leben im Quartier“. Sie vernetzen sich im Veedel und versuchen gemeinsam, positive Impulse zu setzen, zum Beispiel mit Straßenfesten, Picknick-Nachmittagen oder Beetpatenschaften. Auch das „Forum Ehrenamt“ (Feder e.V.) hat im Büro seinen Standort und treibt das ehrenamtliche Engagement in Euskirchen voran.

Zusätzlich kommt seit diesem Jahr regelmäßig der neue Quartiersmanager vorbei: Er ist Ansprechpartner vor Ort für alle Anwohnenden auch anderer Straßen, kümmert sich intensiv um mehrere Viertel und ist Schnittstelle zur Stadtverwaltung. In seinen Sprechstunden können Anwohnende sich über die neuesten Entwicklungen in ihrem Viertel informieren oder sich selbst mit Verbesserungsideen aktiv einbringen.

Das Quartiersbüro ist dabei ein wichtiger Baustein in der Quartiersentwicklung, es dient als Infopunkt, bietet Raum für engagierte Bürgerinnen und Bürger, Besprechungen und kleine Veranstaltungen. Denkbar ist, dass sich zukünftig auch weitere Formate oder Gruppen im Quartiersbüro ansiedeln könnten.

Auch andernorts im Viehplätzchenviertel kann man sichtbare Zeichen für eine Aufwertung entdecken: So wurden der Rüdesheimer Platz und das kleine Luisenplätzchen umgestaltet und neu möbliert.

„Man spürt den Wandel“ erläutert der Quartiersmanager Julian Lohmar: „Die Quartiersbewohner berichten mittlerweile von deutlich friedlicherer Stimmung im öffentlichen Raum verglichen mit der Situation vor ein paar Jahren.“ Dieses Bild bestätigen auch Polizei und Ordnungsamt. 

Das Viehplätzchenquartier ist im Wandel. Sicherlich wird es noch eine Zeit dauern, bis die Entwicklung sich langfristig auf einem positiven Niveau stabilisiert hat. Aber mit den vielen positiven Impulsen ist der Kurs klar auf Verbesserung ausgerichtet.