Denkmalprojekte auf dem historischen Friedhof
Auf dem historischen Teil des Friedhofes befindet sich seit 1887 das ehemalige kleine, schlichte Leichenhaus mit Aufbewahrungshalle und niedrigen Seitenflügeln aus Backstein. Mit der Errichtung einer größeren Trauerhalle an benachbarter Stelle wurde in den 1950er Jahren das Gebäude außer Betrieb genommen und dient seitdem als Betriebsgebäude der Friedhofsgärtner. Aufgrund seiner historischen Bedeutung und seiner typischen Backsteinarchitektur wurde das Gebäude als Baudenkmal eingetragen. Es ist zudem ein Beleg für sepulkrale Architektur der Jahrhundertwende.
Studentinnen und Studenten der Technischen Hochschule Köln, Fakultät für Architektur, Institut für Baugeschichte und Denkmalpflege, haben sich in einem studentischen Wettbewerb, im Rahmen eines Stegreifentwurfes, mit einer denkmalgerechten Umnutzung der ehemaligen Trauerhalle beschäftigt. Am Tag des offenen Denkmals am 09.09.2018 werden die Arbeiten vor Ort präsentiert, die vier besten Arbeiten werden ausgezeichnet.
Das Land Nordrhein-Westfalen fördert zudem verschiedene denkmalpflegerische Maßnahmen auf dem Euskirchener Friedhof. Zum einen wird die Instandsetzung der Fassade, der Holzfenster, des Steinbodens und des Schieferdachs der ehemaligen Trauerhalle, die noch in 2018 durchgeführt wird, gefördert. Auch für die denkmalgerechte Sanierung der historischen Einfriedungsmauer aus Backstein (1887) mit dem rundbogigen Eingang erhält die Kreisstadt Euskirchen Fördermittel des Landes.
Ein weiteres Förderprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen ist die denkmalgerechte Instandsetzung der Grabanlage der Familie Herder. August Herder (1843-1905) war Protestant, Fabrikant und Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Bonn. Er baute in Euskirchen eine große Bleiweißfabrik an der Roitzheimer Straße. Das große Grabmal der Familien Herder und von Schlick wurde um 1900 erbaut und ist in seiner Gestaltung außergewöhnlich.
Dieses Grabmal wie auch viele weitere interessante Aspekte des Friedhofes werden Besuchern am Tag des offenen Denkmals erläutert.
Programm am Tag des offenen Denkmals:
- 11.00 – 17.00 Uhr:
Ausstellung in der neuen Trauerhalle (1950er Jahre) zur Geschichte der Euskirchener Bestattungsstätten und zur Friedhofskultur von den Kelten bis zur Neuzeit sowie Beratungen zum Thema Denkmalschutz und Grabanlagen
- 12.00 Uhr und 15.30 Uhr:
Führungen mit Kurt Lingscheidt (Friedhofsverwaltung) zur Geschichte des Friedhofes, der Trauerhalle und der restaurierten, denkmalgeschützten Grabanlagen mit ihren Familien-Geschichten; Erläuterung der Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten am Grabmal Herder sowie an der ehemaligen Trauerhalle
- 15.00 Uhr:
Auszeichnung der Preisträger des studentischen Wettbewerbs
