Bundesweiter Vorlesetag – städtische Kindertageseinrichtungen sind wieder dabei
Vorlesen in vielen Sprachen – auch auf Ööskerche Platt
Am 16. November 2018 findet zum 15. Mal der Bundesweite Vorlesetag statt. Die Stiftung Lesen, die ZEIT und die Deutsche Bahn Stiftung setzen mit dem Bundesweiten Vorlesetag ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens. Ziel ist es, Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken und Kinder bereits früh mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen. In vielen Familien geschieht dies regelmäßig zu Hause, aber auch in Kindertageseinrichtungen gehört Vorlesen zum Alltag.
Die städtischen Kindertageseinrichtungen beteiligen sich auch in diesem Jahr wieder am Bundesweiten Vorlesetag. Die Mitarbeiter/-innen der Einrichtungen lesen den Kindern aus Bilderbüchern vor oder eine Geschichte wird in ein Schatten- oder Handpuppentheater umgesetzt. Eltern sind eingeladen, den Kindern vorzulesen, gern auch in ihren Muttersprachen. In vielen Kindertageseinrichtungen beteiligen sich Eltern mit viel Freude und Engagement.
Auch andere Institutionen sind dabei und es gibt viele Kooperationen. Das Thomas-Eßer-Berufskolleg bietet zum Beispiel ein vielseitiges Angebot, an dem unter anderem die angehenden Schulkinder der Kindertagesstätten Stettiner Straße und Stotzheim teilnehmen, an. Kinder aus der Grundschule Weststadt lesen in der Kindertagesstätte Winkelpfad vor. Die Kinder in Dom-Esch bekommen Besuch von einer Märchenerzählerin und in Weidesheim kommt eine Vorlesepatin. Durch die Vermittlung des KoBiZ besuchen ein türkischer Vorleser und eine russische Vorleserin die Kindertagesstätte Kiefernweg.
Besonders spannend wird das Vorlesen, wenn es abends in gemütlicher Atmosphäre stattfindet. In Kirchheim gibt es schon seit Jahren eine Pyjama-Party ohne Eltern, bei der gekuschelt und gelesen wird. In der Nordstraße und in der Gottfried-Disse-Straße sind die Eltern zusammen mit ihren Kindern eingeladen.
Eine besondere Bedeutung hat das Vorlesen auch für Kinder, in deren Familien nicht Deutsch gesprochen wird. Durch Bücher erfahren sie einen weiteren Einstieg in die zweite Sprache, die sie in ihrer Umgebung brauchen. Vorlesen in der Muttersprache ist ein deutliches Zeichen, dass auch die Heimatkultur und die Familiensprache der Kinder beachtet und wertgeschätzt werden. In der Robert-Koch-Straße gibt es ein besonders vielseitiges Angebot durch die Erzieherinnen: Deutsch, Polnisch, Türkisch und Rumänisch. Als besondere Ergänzung liest die Mutter eines Kindergartenkindes das Bilderbuch „Der Grüffelo“ auf Ööskerche Platt – eine Sprache, die nicht in Vergessenheit geraten soll.