Details zur Straße

Herrenhausstraße

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde die „Veybachstraße“ in der Ratssitzung vom 09.10.1972 in „Herrenhausstraße“ umbenannt.

Die Herrlichkeit Euenheim gehörte im Ancien Regime zum Besitz der Benediktinerabtei Siegburg.  Diese tauschte den Besitz 1752 gegen einen Rittersitz in Niederpleiß mit dem Freiherrn Johann Wilhelm von Lüning. Bereits 14 Tage später überließen die von Lüning ihre erworbenen Rechte an Euenheim  dem Freiherrn Ferdinand von Scharffenstein genannt Pfeil.  Als diese dann 1778 die Absicht äußerten, ihre Unterherrschaft wieder zu verkaufen, zeigte die Kölner Patrizierfamilie Pütz Interesse.  Am 21.09.1778 huldigten die Euenheimer ihrem neuen Herrscher. Im „Herrenhaus“, auch als Kellnereihaus bezeichnet, tagte das Schöffengericht und der Zehnte musste dort abgegeben werden. Es war 1778 nicht mehr in einem guten Zustand, so dass sich der neue Herrscher, Johann Matthias Pütz, entschloss, ein neues zweistöckiges Gebäude aus Bruchstein zu errichten. Er ließ ihm ein steiles geschiefertes Satteldach aufsetzen, die Fensteröffnungen mit Sandsteinumrahmungen verkleiden und eine mehrstufige breite Treppe vor das hochgezogene Erdgeschoss legen. Zwei Zimmer ließ er für sich persönlich herrichten, damit er zwischenzeitlich dort Wohnung nehmen konnte. Die übrigen Räume wurden vom Schöffengericht genutzt. Die zellenartigen Räume im Keller sprechen dafür, dass hier auch ein Gefängnis eingerichtet war. 1791 wurde Johann Matthias Pütz in den Adelsstand erhoben. Er trug nun den Titel Freiherr von und zum Pütz. 1794 erreichten die französischen Revolutionstruppen das linke Rheinland und schafften die Adelsstrukturen ab.

(Quelle: Hans Welters, Die Unterherrschaft Euenheim-Wißkirchen in den Jahren 1752-1794, in: Heimatkalender des Kreises Euskirchen, 1957, S. 50 ff.)

Das Haus ist heute Eigentum des Caritasverbandes und wird unter dem Namen Don-Bosco-Haus als Wohnheim für Suchtkranke genutzt.