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700 Jahre Stadt Euskirchen

Am 01. August 1302 verlieh Walram VIII von Monschau-Falkenburg Euskirchen die Stadtrechte. Dieses Ereignis jährte sich im Jahr 2002 zum 700sten Mal.

Euskirchen ist aus einer fränkischen Siedlung entstanden und im Vertrag von Meersen aus dem Jahr 870 als "Augstchirche" erstmals urkundlich erwähnt. Nach der Verleihung der Stadtrechte stand Euskirchen zunächst unter der Herrschaft der Herren von Monschau-Falkenburg, von 1355 bis 1609 unter der Herrschaft der Herzöge von Jülich. Die Bewohner erreichten das Recht der Selbstverwaltung durch einen autonomen Rat und legten sich als Hoheitszeichen Siegel und Wappen zu. Seit dem 15. Jahrhundert war Euskirchen "Mithauptstadt" des Herzogtums und landtagsfähig. Von 1609 an stand Euskirchen unter der Herrschaft der pfälzischen Wittelsbacher, ab 1794 unter der der Franzosen. Im 18. Jahrhundert wurde die städtische Selbstverwaltung zunehmend eingeschränkt. Mit der Einführung der Maire-Verfassung durch die französischen Eroberer entfiel schließlich jede lokale politische Willensbildung. Erst die Städteordnung für die Rheinprovinz von 1856 brachte für Euskirchen eine moderne innere Rechtsordnung. 1935 wurde diese durch die nationalsozialistische Diktatur außer Kraft gesetzt. 1945 trat an deren Stelle die demokratische Selbstverwaltung. Seit 1827 ist Euskirchen Kreisstadt des gleichnamigen Kreises. Der politische Anschluss an Preußen sowie die wirtschafts- und verkehrstechnisch günstige Lage förderten die Entwicklung vom Ackerstädtchen zur expandierenden Stadt, die vor allem geprägt war durch zahlreiche Tuchfabriken und die ihr Selbstbewusstsein um die Jahrhundertwende in monumentalen Schul- und Verwaltungsgebäuden demonstrierte. In den letzten Jahrzehnten wandelte sich Euskirchen zur freundlichen Einkaufsstadt und zu einem modernen Industriestandort.

Aus Anlass des 700 jährigen Bestehens der Stadt Euskirchen fanden über das gesamte Jahr 2002 verteilt eine Vielzahl von Festen und Veranstaltungen aller Art statt, um das Jubiläum gebührend zu feiern. Das gesamte Veranstaltungsprogramm wurde unter dem Motto "Mit dem Bürger - Für den Bürger" zusammengestellt. Aus diesem Grund wurden auch Veranstaltungen in das Programm eingebunden, die jährlich stattfinden und im Jahr 2002 einen Bezug zum 700 jährigen Bestehen der Stadt erhielten. Auch ein Mottolied, komponiert und gespielt von der Mundartgruppe "Eifler - Buure" wurde extra zum Jubiläum herausgebracht.

Natürlich fanden auch eine eine ganze Reihe von Veranstaltungen und Aktionen statt, die sich ausschließlich mit der Stadtgeschichte befassten. Im Mai hat das Stadtmuseum Euskirchen eine Ausstellung zum Thema "700 Jahre Stadtgeschichte Euskirchen" gezeigt. Gleichzeitig wurde eine stadtgeschichtliche Dauerausstellung in der Empore des Turms des Museums eröffnet.

Am 06.09.2002 fand aus Anlass der 700-Jahr-Feier eine feierliche Ratssitzung im City-Forum statt.

Im Rahmen der Festwoche im September fand auf dem Alten Markt ein mittelalterlicher Markt statt, der die Besucher einige Jahrhunderte zurückversetzte. Die Verleihung der Stadtrechte wurde hier nachempfunden. Jeder weitere Tag der Festwoche stand unter einem speziellen Motto.