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Der Hausanschluss ist undicht, was tun?

Undichte Hausanschlüsse müssen saniert werden.
Das Sanierungsverfahren ist abhängig von den festgestellten Schäden und der Zugänglichkeit des Hausanschlusses.

Heutzutage ist oft eine Sanierung ohne Aufgrabung der Leitung (grabenloses Verfahren) möglich, was die Bauzeit und die erforderliche Unterbrechung des Abwasserabflusses auf ein Minimum beschränkt. Bei grabenlosen Sanierungsverfahren erfolgt die Sanierung unterirdisch bzw. von innen. Hierbei ist in der Regel die beidseitige Zugänglichkeit der Hausanschlussleitung erforderlich (Revisionsschacht und Anschlussbereich im städtischen Kanal).

  • Reparatur von Einzelschäden (Muffen, Risse, Löcher usw.)
  • Renovierung einer kompletten Leitung von innen
  • Erneuerung einer kompletten Leitung oder von Teilstücken

Reparatur

Bei der Reparatur unterscheidet man zwischen

  • Injektionsverfahren
  • Roboterverfahren
  • Partielle Inliner


Mit diesen Verfahren werden einzelne Schäden von innen abgedichtet.

Reparatur: Roboter mit Fräskopf
Reparatur: Einbau eines partiellen Inliners im Bereich der Schadenstelle. Mit Hilfe der Kamera und eines Roboters wird eine Gewebemanschette positioniert und mit Druckluft an die Wand der Leitung gepresst.
 

Renovierung

Die Renovierung einer Grundleitung oder eines Anschlusskanals kann mit dem Reliningverfahren durchgeführt werden. Beim Reliningverfahren unterscheidet man zwischen

  • Schlauchreliningverfahren (kunstharzgetränkter Gewebeschlauch) und
  • Rohrstrangreliningverfahren (flexibler PE-HD-Schlauch)


Renovierung im Anschlussbereich des städtischen Kanals
Renovierung mit dem Relining-Verfahren

Durch einen Inliner wird der Querschnitt der Alt-Leitung verkleinert. Damit der Mindestquerschnitt für Leitungen nach DIN 1986 von 10 cm (DN 100) nach der Sanierung nicht unterschritten wird, darf das Reliningverfahren nur bei Rohren mit einem Innendurchmesser von mindestens 12,5 cm (DN 125) eingesetzt werden.

Einzelne Sanierungsverfahren können auch aus dem städtischen Kanal heraus mit einem speziellen Robotersystem einen Inliner in die Anschlussleitung hinein installieren. Eine zugängliche Revisionsöffnung am Haus ist bei diesem System nicht erforderlich. Der Mindestquerschnitt der Anschlussleitung beträgt hierbei 15 cm (DN 150), der des städtischen Kanals 30 cm (DN 300).

Erneuerung

Ist eine Reparatur oder Renovierung des Hausanschlusses aufgrund von umfangreichen Schäden, Unzugänglichkeit oder fehlender Revisionsöffnung nicht möglich, muss die komplette Leitung erneuert werden.

In diesem Fall sollten unzugängliche Grundleitungen (unter der Grundplatte) durch eine Installation im Kellerbereich unterhalb der Kellerdecke und auf der Kelleraußenwand ersetzt werden.

Eine Erneuerung des Anschlusskanals ist mit speziellen Bauverfahren ohne Aufgrabungen möglich (geschlossene Bauweise).

  • Berstliningverfahren und das
  • Bohrverfahren


Erneuerung mit dem Berstliningverfahren
Die Erneuerung von Anschlusskanälen in einer offenen Baugrube (offene Bauweise) ist in der Regel mit einem größeren Arbeitsaufwand und höheren Kosten verbunden. Die Leitung wird mit einem Bagger oder mit der Schaufel freigegraben und gegen ein neues Rohr ausgetauscht.