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Hausanschluss dicht?

Wie lässt sich feststellen, ob der Hausanschluss dicht ist?
Grundsätzlich gilt:

Vor der eigentlichen Dichtheitsprüfung sind eine Reinigung und eine optische Inspektion (Kamerabefahrung) der Hausanschlussleitung erforderlich. Diese Vorarbeiten erfolgen in der Regel ohne Aufgrabungen und ohne Eingriff in die Bausubstanz.

Reinigung

Tragbares Spülsystem, auf Roboter mit Kamera installiert

Die Reinigung erfolgt in der Regel durch den Einsatz von Hochdruck-Spüldüsen, die entweder über Revisionsschächte oder -klappen vom Grundstück her eingeführt werden und in Fließrichtung des Abwassers spülen. Eine Spülung ist auch vom Hauptkanal aus über spezielle kameraüberwachte Hochdruck- Satelliten- Spüllafetten möglich.

Mit dem Hochdruckspülverfahren können lose Verschmutzungen und auch die meisten Ablagerungen und Verfestigungen beseitigt werden.

Optische Inspektion


Wenn alle Verschmutzungen beseitigt sind, erfolgt eine optische Inspektion mit einer Kanal- TV- Kamera. Bei dieser optischen Inspektion werden der Zustand der Leitungen bzw. alle sichtbaren Schäden festgestellt. Die Schadenauswertung lässt Rückschlüsse auf die Dichtheit des Kanals zu. Die Inspektion kann auch hier entweder von einer Revisionsöffnung aus dem Haus heraus oder mit einer speziellen "Satellitenkamera" vom Hauptkanal aus erfolgen.

Kreis- und Schwenkkopfkamera mit Schiebekabel
Schadensbild:
"Wurzeleinwuchs"
Schadensbild:
"Eindringendes Grundwasser"


Ist die Hausanschlussleitung augenscheinlich schadensfrei oder werden nur kleinere Schäden wie Haarrisse, Abplatzungen und Korrosionen festgestellt, ist trotzdem eine Dichtheitsprüfung erforderlich. Denn mit der TV-Inspektion ist keine eindeutige Aussage über die Dichtheit einer Leitung möglich, da z. B. undichte Rohrverbindungen (Muffen) nicht zu erkennen sind.

Dichtheitsprüfung

Eine Dichtheitsprüfung für Abwasserleitungen kann mit Wasser oder Luft durchgeführt werden. Bei Hausanschlüssen erfolgt sie in der Regel mit Wasser.

Nach dem Absperren der Leitung wird das Grundleitungssystem bis zur Oberkante des tiefsten Entwässerungsgegenstandes mit Wasser geflutet und über einen bestimmten Zeitraum gehalten (in der Regel 15 Minuten). Während dieser Zeit wird der Wasserverlust gemessen.

Die Leitung gilt als dicht, wenn ein bestimmter vom Rohrmaterial abhängiger Wasserverlust nicht überschritten wird.

Mit speziellen Geräten ist alternativ auch eine Einzeldichtheitsprüfung der Rohrverbindungen (Muffen) möglich.