Inhalt

Partnerschaft Charleville-Mézières und Euskirchen

Seit 1961 besteht die Städtepartnerschaft zwischen Charleville-Mézières und Euskirchen.

Diese Freundschaft wurde von Bürgermeister Jacob Kleinertz und Bürgermeister André Lebon begründet. Nach langem Hass und Krieg zwischen Deutschland und Frankreich war dies ein großer Schritt in Richtung Zusammenarbeit, gegenseitigen Respekts und Freundschaft, ein Neubeginn für eine bessere Zukunft. Zum 30jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft im Jahre 1991 wurde André Lebon zum Ehrenbürger der Stadt Euskirchen ernannt.

Dass eine Partnerschaft nicht nur zwischen den Verwaltungsspitzen gepflegt werden sollte, war allen von Anfang an klar. Aus diesem Grund wird die Städtepartnerschaft zu Charleville-Mézières bis heute insbesondere durch die Schüler- und einige Vereinsbegegnungen geprägt. 

Im Laufe der vergangenen Jahre konnten immer neue Gruppen in die deutsch-französische Partnerschaft einbezogen werden, so dass auch viele private Kontakte zwischen Einzelpersonen oder Familien entstanden sind. Als Symbol der Städtepartnerschaft gibt es seit 1963 in Euskirchen den "Charleviller Platz" und seit 1968 in Charleville-Mézières die "Rue d'Euskirchen". Die Stadt Charleville-Mézières liegt mit ihren rund 80.000 Einwohnern an der Maas in den geheimnisvollen Ardennen im Nordosten Frankreichs. Hier gibt es sagenumwobene Wälder, einmalige Naturerlebnisse und imposante Wehrkirchen, die an bewegte Zeiten erinnern.

Die Ardennen sind von Deutschland aus über Belgien oder Luxemburg sehr gut zu erreichen. In dieser Region herrscht gemäßigtes Klima. Besonders schön ist das Frühjahr, wenn die Obstbäume in voller Blüte stehen. Im milden Herbst prägen weite, farbige Laubwälder das Bild der Landschaft.

Eine Stadt lässt die Puppen tanzen

Alle drei Jahre, zehn Tage lang im Spätsommer, verwandelt sich Charleville-Mézières, das kleine beschauliche Städtchen an der Maas, in ein einziges buntes Theater. In Straßen und Höfen, auf Plätzen, in Kirchen, im Rathaus und vielen anderen Räumen spielen und tanzen die Puppen. Mit zahlreichen Vorstellungen bezaubern und begeistern die Marionettenkünstler ihr Publikum. Die Vielfalt der Puppen ist berauschend und wirkt wie Magie. Hier Große, da Kleine, freundlich lächelnd, wunderschön, und dort wild, dämonisch grinsend. Aus Holz oder Gips mit lustig bunten Stoffen, edlem Brokat und allerlei Accessoires begegnen sie einem als Franzose, Kanadier, Brasilianer, Deutscher, Japaner oder Tscheche. Ausgelassenheit und Poesie, Freundschaft und Kultur, Begegnung und Musik bestimmen in diesen Tagen die Atmosphäre der Stadt.

Angefangen hat alles im Jahr 1941, als Jacques Félix mit seiner Laiengruppe "Les Petits Comédiens des Chiffons" sein erstes Puppenspiel für Kinder aufführte. Mit den Jahren sind die "Petits Comédiens" immer größer geworden. 1961 fand dann das erste internationale Marionetten-Festival statt. Seitdem kommen zahllose Marionettenkünstler aus fünf Kontinenten zum Festival nach Charleville-Mézières. 

Arthur Rimbaud - Der Dichter Rebell
Die berühmteste Persönlichkeit aus Charleville ist wohl der Dichter Arthur Rimbaud. Er lebte von 1854 bis 1891 und hatte eher ein gespaltenes Verhältnis zu seiner Heimatstadt. Am Anfang seiner kurzen stürmischen Schaffensperiode machte er sich mit dem "bâteau ivre", dem "trunkenen Schiff", in Paris einen Namen. Seine leidenschaftliche Bekanntschaft mit Verlain endete wie eine "Saison in der Hölle". Dieser Triebfeder entstammt wohl sein gleichnamiges Werk "une saison en enfer", das er 1873 in dem Dörfchen Roche bei Attigny in einer Scheune seiner Mutter vollendente. Bereits zwei Jahre später begab er sich auf die Wanderschaft und ging als Hauslehrer nach Stuttgart, zu Fuß nach Italien, um schließlich "diesen Erdteil zu verlassen, auf dem Wahnsinn umherstreift". Mit noch nicht einmal 37 Jahren starb er von Krankheit schwer gezeichnet in Marseille, nachdem er jahrelang durch die Häfen des Roten Meeres gezogen war.

Das Museum Rimbaud, die "Alte Mühle" am Ufer der Maas, beherbergt Briefe, Fotografien, Manuskripte sowie persönliche Objekte aus dem bewegten Leben des Dichters.

Sedan - Der Name ist Geschichte
Nur wenige Kilometer entfernt von Charleville-Mézières, der Doppel-Hauptstadt der Ardennen, thront die Festung von Sedan, das Chateau-Fort. Es ist die größte Festung in Europa, die mit einer Ausdehnung von rund 35.000 Quadratmetern Fläche in der Tat eine imposante Größe hat, die ihresgleichen sucht.

Sedan, über die Zeitläufe hinweg ein eher ruhiges Städtchen inmitten des Landstriches zwischen der Picardie im Westen, Lothringen im Osten, Belgien und der Champagne, gelangte erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zu trauriger Berühmtheit. Denn hier fand 1870 in dem nur wenige Wochen währenden deutsch-französischen Krieg die Entscheidungsschlacht statt, die mit der Niederlage und Kapitulation Napoleon III. endete. Im 2. Weltkrieg, am 13. Mai 1940, gelang den deutschen Truppen an dieser Stelle der Durchbruch nach Westen. Sedan und sein Umland galt aufgrund seiner strategischen Lage bei kriegerischen Konflikten als "Eingangstor" nach Frankreich. Zwar hat die Zeit gnädig den Mantel des Vergessens über die Wunden der Schlachtfelder gelegt, doch zeugen noch heute Soldatenfriedhöfe und Kreuze von vergangenen Kriegen und Kämpfen. Bei einem Besuch im Chateau-Fort können sich Besucher zum einen über diese militärischen Ereignisse, zum anderen auch über die jahrhundertealte Geschichte der Festung informieren.

Auf der Straße der Wehrkirchen (150 km)
Als historisches Grenzland waren die weit verstreut liegenden Dörfer und Weiler der Thiérache vom Hundertjährigen Krieg an bis in das 16. und 17. Jahrhundert ein unsicheres Gebiet. Die Thiérache ist auf den ersten Blick eine grüne Heckenlandschaft, zergliedert durch kleine Flüsse und Bäche. Hier blühen Apfelbäume und grasen friedlich Kühe, winzig kleine Dörfer schmiegen sich in abgelegene Talsenken. Aber am Schnittpunkt zwischen den Vorardennen, dem Plateau von Rocroi und dem Porcien, ging es nicht immer idyllisch zu. Kein anderer Landstrich in Frankreich weist so hohe Konzentrationen an Wehrkirchen, befestigten Bauernhöfen und Herrenhäusern auf. Diese Route eignet sich für einen Tagesausflug ebenso wie für eine Mehrtagestour mit schönen Zwischenstopps in den Hotels der Gegend.

Über die Straßen der Wehrkirchen hinaus gibt es noch "Die Straße der Festungen"(140 km), "Die Straße der Legenden von Maas und Semoy"(65 km), "Die Rimbaud Verlaine Straße" (150 km), "Straße der Wälder, Seen und Abteien" (260 km) und "Die Straße des Porcien"(110 km).

Weitere Informationen sind über die nachfolgend genannte Telefonnummer oder die Internetadresse http://www.mairie-charlevillemezieres.fr/ zu erhalten:

Informationen über die Ardennen:
Comité Departemental, Tel. +33 3 24 56 06 08