Details zur Straße

Vuvenstraße

Sie ist eine der ältesten Straßen. Durch die Vuvenstraße führte einst der Ost-West-Verkehr vom Rüdesheimer Tor, am Alten Markt vorbei, zum Kessenicher Tor und umgekehrt. Der Name der Straße änderte sich verschiedentlich. 1648 Fuifengasse, 1688 Fufengäßchen, 1696 Fufgäßchen, auch Varengasse, 1717 Pilgramstraße, 1801-1852 wieder Vuvengaß, endlich ab 1883 Vuvenstraße.

Peter Simons vermutet, dass der Name Vuvenstraße wohl auf das mittelhochdeutsche Wort "fufen" (stöhnen) zurückgeht. Durch Brandstiftung geriet 1533 das ganze Stadtviertel bis zum Rathaus in Brand. Als die Flammen auch das städt. Hospital (wo sich lange Jahre Hirschapotheke befand) mit dem uralten Marienbild bedrohten, habe die Bürgerschaft gejammert und gestöhnt und um die Errettung aus der Gefahr gefleht. Wie ein Wunder soll das Feuer zum Stillstand gekommen und die Madonna gerettet worden sein. Die Madonna befindet sich, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg ebenfalls aus der zerstörten Klosterkirche gerettet werden konnte, heute im linken Seitenschiff der Herz-Jesu-Kirche. Der Name Pilgramstraße ist wohl auf die Pilger zurückzuführen, die zur geretteten, wundertätigen Madonna pilgerten, die sich in der städt. Hospitalkirche neben dem Hospital Ecke Vuvenstraße/Klosterstraße, die ab 1639 von den Kapuzinern betreut wurde, befand. Das Eckgrundstück wurde 1862 durch den Apotheker Schüller neu bebaut, 1945 erheblich kriegszerstört, aber an gleicher Stelle wieder aufgebaut.

In der Vuvenstraße Nr. 1 lag auch der Wirtschaftsbetrieb Pohé mit seinem großen Saal, der wegen seiner Größe auch "Kaisersaal" genannt wurde. Hier fanden alle großen Feste, Konzerte, Gesangwettstreite und Ballveranstaltungen statt. Während der französischen Besatzungszeit zwischen 1919 und 1929 diente der Saal zunächst als Pferdestall. Später war in dem Gebäude auch die französische Gendarmerie untergebracht.