Inhalt

Bestand Euskirchen I

Findbuch des Bestandes Euskirchen I als PDF

Ancien Regime und Franzosenzeit
Akten und Urkunden von 1302 bis ca. 1800

enthält:

Schriftgut der Stadt und des Amtes Euskirchen 1589 - 1815, z. B. Ratsprotokolle, Stadtrechnungen und Heberegister (lückenhaft), Unterlagen für den jülischen Landtag, Landtagsprotokolle, Protokolle des Euskirchener Herrengedings.

Zum Amt Euskirchen gehören Ende des 18. Jahrhunderts die Stadt Euskirchen mit Kessenich, Rüdesheimer Hof und Wüschheim sowie die Herrlichkeiten Großbüllesheim mit Billig und Vernich mit Groß- und Kleinvernich.

In einer kurzen Übergangszeit (1794-1798) ist aus diesen Orten, erweitert um Niederberg, die Munizipalität Euskirchen gebildet worden.

1798 entstand aus der Stadt (ohne Wüschheim), den Orten Rüdesheim, Kessenich und Billig die Mairie Euskirchen, die später unter preußischer Verwaltung als Bürgermeisterei in dieser Form bestehen blieb. Billig wurde 1856, als Euskirchen die Städteordnung annahm, mit der Bürgermeisterei Wachendorf verbunden.

Außer den Akten des früheren Amtes Euskirchen besitzt das Archiv kleinere Bestände der benachbarten ehemaligen Ämter Nideggen, Münstereifel, Hardt und Lechenich, der Herrschaft Tomburg, der Bürgermeisterei Frauenberg und einiger anderer Orte.

Nicht in allen Fällen ist bekannt, wie die auswärtigen Schriftstücke nach Euskirchen gekommen sind. Für einige Bestände dürfte die Herkunft geklärt sein. Die Akten der Herrschaft Tomburg sind vermutlich durch Joseph Sturm ins Archiv gelangt. Dieser war dort Gerichtsschreiber und bekleidete dieses Amt später auch in Euskirchen.

Beim großen Stadtbrand im Jahre 1533, dem das Rathaus zum Opfer fiel, wurden auch Bestände des Archivs vernichtet. In den Raubkriegen Ludwigs XIV. schafft der Magistrat die "Stadtbriefe" vom Rathaus in den "Dicken Turm" an der Pfarrkirche St. Martin. Wenig später kamen sie wieder an ihren alten Platz. 1691 ist das Stadtarchiv mit Wertgegenständen der Kirche nach Köln in Sicherheit gebracht worden, gelangte 1698 aber nur zum Teil zurück. 1709 schickte der Magistrat wichtige Dokumente an die zum Düsseldorfer Landtag entsandten Deputierten. Der Postwagen, der die Akten beförderte, geriet in den Rhein und die Akten gingen verloren.

Als Reichsoberarchivrat Dr. Kisky von der Archivberatungsstelle Rheinland 1937 das Archiv besichtigte, bezeichnete er die Unterbringung als schlecht, woraufhin die Stadt sich bemühte eine neue Unterbringung zu finden. Man entschließt sich für den Luftschutzkeller, der aber im September 1938 zum sofort nutzbaren Sammelschutzraum erklärt wird. Man entscheidet die Akten bis Ende des Krieges nicht mehr zu verlegen und schafft sie in den Kellerraum des Rathauses, von wo aus sie nach 1945 in das Gemeindewaldhaus im Billiger Wald in Sicherheit gebracht werden. Die weniger wertvollen Akten verblieben im Rathauskeller.

Durch den Bombenangriff am 06.12.1944, bei dem das Rathaus stark beschädigt wurde, sind keine Verluste entstanden. Durch die lange Lagerung in den Trümmern haben die Akten jedoch Schaden genommen. 1946 werden die Alt-Bestände zur Ordnung und Verzeichnung in das Archivdepot der Landesarchivverwaltung auf Schloss Gymnich gebracht, aber bald von der Stadt zurückverlangt, weil sie für die Vorbereitung der 650-Jahrfeier zur Verfügung stehen sollen.

Im Februar 1962 kommt das Archiv mit älteren Akten in der Villa Ruhr unter. Von hier erfolgt dann im Jahre 1975 der Umzug in das Rathausgebäude an der Kölner Straße, wo sie im Keller etwas archivgerechter untergebracht wurden.

Die Unterbringungsschwierigkeiten brachten es mit sich, dass die Ordnung der Akten lange auf sich warten ließ. Den ersten Ordnungsversuch erstellte Peter Simons, der die Akten in "Stadt Euskirchen" und "Auswärtige Sachen" unterteilte. Die später auf Schloss Gymnich begonnene Verzeichnung wurde nicht fortgeführt und viele weitere Verzeichnungsversuche folgten.

Die Verzeichnung des Bestandes Euskirchen I wurde im Jahre 1976 von Artur Elicker beendet. Er beschloss alle vorausgegangenen Verzeichnungsversuche zu ignorieren und völlig neu zu beginnen. Das von ihm erstellte Findbuch umfasst insgesamt (alle Provenienzen) 1660 Akten und Urkunden und wird auch heute noch benutzt.