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Bild: v.l.n.r.: Jörg Zerche, Dr. Christian Jost, Ute Pellicciotta, Johannes Winckler, Barbara Brieden und Alfred Jaax

Bewegendes Podiumsgespräch zum Thema „Prävention einer (Alters) Depression" im Euskirchener Rathaus

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Depression im Alter, welche Warnsignale treten auf und wie viele „Betroffene“ gibt es überhaupt? Dies waren unter anderem die Themen eines Podiumsgespräches, zu dem die Kreisstadt Euskirchen eingeladen hatte. Als Experten beteiligten sich Dr. med. Christian Jost, Leitender Facharzt für Psychiatrie an der Klinik Marienborn in Zülpich, Jörg Zerche, Psychiatriekoordinator des Kreises, und Ute Pellicciotta von der Selbsthilfegruppe Depression Euskirchen.

Der Erste Beigeordnete der Kreisstadt, Johannes Winckler, betonte bei der Begrüßung, dass man das Rathaus ganz bewusst als Veranstaltungsort ausgewählt habe. Hiermit wolle man zeigen, dass sich die Verwaltung der Bedeutung dieses Themas für das Zusammenleben in der Stadt bewusst sei. “Auch wenn wir die genaue Zahl der Bürgerinnen und Bürger nicht kennen, die konkret betroffen sind, so wissen wir doch auf jeden Fall, dass sie hoch ist. Zu hoch”, so Winckler.

Der Abend diente nach Ansicht des Ersten Beigeordneten dazu, zu erfahren, was eine Depression genau ist, wie sie sich zeigt und welche Auswirkungen sie für die Betroffenen und ihr gesamtes Umfeld hat. Wichtig sei aber auch, darüber zu diskutieren, was man in der Kommune konkret tun könne, um eine gute Prävention zu leisten. Hier sei es wichtig, die bereits bestehenden Angebote in der Region noch besser bekannt zu machen.

Johannes Winckler zeugte insbesondere Frau Pellicciotta von der Selbsthilfegruppe großen Respekt für ihre Teilnahme: “Wenn man über eine Erkrankung spricht, spricht man immer auch über Menschen. Das ist gut und wichtig. Noch besser ist es allerdings, wenn man mit den betroffenen Menschen spricht. Und am allerbesten ist es, wenn man Ihnen auch einmal zuhört”. 

Im Verlauf des Abends wurde deutlich, wie wichtig es für die Betroffenen ist, Kontakte zu haben, Toleranz zu erfahren und ein Umfeld zu erleben, das Mut mache. Von Seiten der professionellen Hilfen wurde betont, dass man immer auch die Angehörigen im Blick haben müsse.

Als erste Schritte für eine gute Prävention wurden der Mut zu Veränderung einer Lebenssituation, die “krank” mache, das Erleben einer sinnhaften Tätigkeit und eine gute soziale Einbindung genannt. Eine Clearingstelle bei Krisen, insbesondere abends und an den Wochenenden, könne in manchen Fällen helfen, einen stationären Aufenthalt zu vermeiden. Einig waren sich alle darüber, dass es weitere Veranstaltungen geben müsse, um für das Thema “Depression” zu sensibilisieren.

Die Veranstaltung setzte die Umsetzung der Maßnahmen des Euprevent Projektes „Aktiv Altern in der Seniorenfreundlichen Gemeinde – Schwerpunkt: seelische Gesundheit“ fort, an dem sich die Kreisstadt Euskirchen beteiligt.

Weitere Informationen unter: https://www.euskirchen.de/rathaus/demographie/ 
Ansprechpartnerin für das Projekt ist die: Stabsstelle Demographie, Barbara Brieden, Telefon: 02251 / 14-324 oder Email: bbrieden(at)euskirchen.de