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92. Totholz

Abgestorbene Bäume wie diese alte Weide hier sind noch lange nicht "tot". In ihnen wimmelt es von Lebewesen verschiedenster Arten. So sind an abgestorbenen Eichen bis zu 900 verschiedene Tierarten (meist Insekten) gefunden worden. Bei alten Buchen fand man 150 Arten, ein Wert der auch auf diese Weide zutreffen wird. Totholz aus fremden, hier eingebrachten Bäumen dient dagegen nur einzelnen "verirrten" (und meist häufigen) Insekten als Lebensraum.

Totholz sollte man daher im Interesse der ökologischen Vielfalt erhalten. Außerdem sind solche Bäume oft eindrucksvolle Zeugen mehrerer Jahrhunderte und ebenso erhaltenswert wie die Gemäuer einer alten Ruine.

Im Wald fällt kaum Totholz an, da die meisten Bäume schon lange vor ihrem natürlichen Tod genutzt werden. Auch fürchtet man die massenhafte Vermehrung von Schädlingen wie z. B. dem Borkenkäfer und "räumt" daher nach Sturmschäden so schnell wie möglich auf. Vereinzelt sichert Totholz aber auch das Überleben zahlreicher Nützlinge und vermindert dadurch die Gefahr eines Schädlingsbefalls.