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4. St. Peter und Paul in Kleinbüllesheim

Die enge Verbindung von Burg und Kirche, wie sie dem Typus adligen Eigenkirche entspricht, begegnet uns besonders augenfällig in Kleinbüllesheim. Nirgendwo sonst ist hierzulande deren baulicher und situativer Gesamteindruck so sinnfällig. Die Peter-Paul-Kirche ist vom alten Friedhof umgeben, wo barocke Sandsteinkreuze die Erinnerung an die burgherrliche Familie von Bourscheidt wachhalten. Das Gotteshaus hat sein mittelalterliches Äußeres auch in seiner Farbigkeit wiedergefunden. Aus der kleinen rechteckigen Saalkirche wurde die dreischiffige romanische Dorfbasilika, die 1301 erstmals erwähnt wurde. Der Kirchturm verdient besondere Aufmerksamkeit. Im Zwischengeschoß befand sich auch hier eine Turmkapelle. An den Außenwänden geben zwei vermauerte Rundbogen auf halber Höhe bis heute Rätsel auf. Von der Innenausstattung ist nichts mehr erhalten geblieben. (Besichtigung nach Vereinbarung mit Frau Scheja, Telefon: +492251.76641).

Wir verlassen die Ortslagen des mühlenreichen Erftnebenbaches und kommen über Weidesheim in den Einzugsbereich von Flamersheim. Mit dem Namen verbinden sich die Ereignisse auf dem karolingischen Königshof im Jahre 870, als König Ludwig der Deutsche auf dem Weg zur Vertragsunterzeichnung von Meersen auf dem Söller einbrach und sich verletzte. Der Historikerstreit ist nicht entschieden, ob die Villa Regia im heutigen Flamersheim oder Kirchheim gestanden hat.