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Der Bahnhof

Euskirchen verdankte seinen wirtschaftlichen Aufschwung in erster Linie der Eisenbahn. Bereits 1864 hatte die Stadt mit der Strecke nach Düren Anschluss an das rheinische Eisenbahnnetz gefunden. 1871 ging die Eifelbahn über Gerolstein nach Trier in Betrieb, gefolgt 1875 von der direkten Verbindung nach Köln. 1880 wurde die Strecke nach Bonn eröffnet, zehn Jahre später die Erfttalbahn nach Münstereifel. Damit war Euskirchen zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt am Nordrand der Eifel geworden.

Die weitläufigen Bahnanlagen mit gemauertem Wasserturm, Güter- und Lokschuppen, Drehscheibe und fünf Stellwerken mussten immer wieder dem gestiegenen Verkehrsaufkommen angepasst werden. Auch das 1867-69 errichtete spätklassizistische Empfangsgebäude wurde mehrfach erweitert. 1926 verkauften die Bahnbeamten hier über 800.000 Fahrkarten. Auch der Güterumschlag war bedeutend: Mehr als 270.000 Tonnen Güter nahmen die Ladearbeiter in Empfang, während über 90.000 Tonnen per Bahn in alle Welt verschickt wurden.

Der Bahnhofsvorplatz war ursprünglich als kleiner Park mit Rasen und Blumenrabatten angelegt. Seit 1903 bildete ein Kriegerdenkmal den Mittelpunkt der Anlage. Die anschließende Bahnhofstraße mit ihren repräsentativen, reich verzierten Wohn- und Geschäftsgebäuden verband den Bahnhof mit der Innenstadt. Im Zweiten Weltkrieg wurden Bahnanlagen und Bahnhofsstraße weitgehend zerstört. Erst 1956 konnte die Bahn das neue, im sachlichen Stil der Nachkriegsjahre gehaltende Empfangsgebäude in Betrieb nehmen. Der Bahnhofsvorplatz hat seit langem den einstigen parkartigen Charakter eingebüßt, da er den Erfordernissen des wachsenden Auto- und Omnibusverkehrs gerecht werden musste.