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Neue Gedenktafeln für die Gefallenen der Weltkriege

Unbekannte haben in der Nacht zum 14.01.2018 die Gedenkstätte auf dem Friedhof in Euskirchen verwüstet und die 19 Bronzetafeln, die dort zur Erinnerung an die Gefallenen der beiden Weltkriege angebracht waren, mit Gewalt aus den Wänden gebrochen und gestohlen. Von Anfang an stand fest, dass die Tafeln ersetzt werden sollen; dies war auch ausdrücklicher Wunsch des Rates der Kreisstadt Euskirchen.

Verschiedene mögliche Materialien (Cortenstahl, Granit, Plexiglas, Aluminium, Stahl, Kunststoff) wurden geprüft. Auch eine Rekonstruktion der Platten in Bronze wäre denkbar gewesen. Abgesehen von den vergleichsweise hohen Kosten wäre allerdings in diesem Fall die Gefahr groß gewesen, dass die Tafeln wieder gestohlen werden, da eine 100 %ige Sicherung im Vorraum der Trauerhalle nicht möglich ist.

In Abstimmung mit Vertretern des Stadtrates hat sich die Verwaltung auf die Herstellung der Gedenktafeln in bronzefarbenen Leichtmetall mit eingefräster Schrift verständigt. So ist eine ansprechende Optik gewährleistet, das Material ist jedoch für Diebe uninteressant. Die Neuanschaffung erfolgte über die Firma Langhammer zu einem Preis von ca. 17.500,00 €. In diesem Zusammenhang wurde der gesamte Vorraum aufgearbeitet. Die Wände aus schevenhüttener Schiefer und der Marmorboden wurden aufwendig gereinigt. Um zukünftig den Boden von auslaufendem Wachs freizuhalten, werden Schienen für Kerzen angebracht.

Erfreulich ist, dass von einigen Euskirchener Bürgern Spenden für die Neuanschaffung der Tafeln in Aussicht gestellt wurden.

Rechtzeitig zum Tag des offenen Denkmals, bei dem auch Führungen auf dem Friedhof stattfinden, wurde die Gedenkstätte wiederhergestellt.


Zur Geschichte:

Der Bau einer neuen Leichenhalle auf dem Friedhof an der Frauenberger Straße war Mitte der 1950er Jahre eine unbedingte Notwendigkeit, da die bisherige Leichenhalle aus dem Jahre 1887 vollkommen unzulänglich war und sich darin weder eine würdige Aufbahrung der Toten ermöglichen noch eine Trauerfeier durchführen ließ. In diesem Zusammenhang erinnerte sich der damalige Stadtdirektor Josef Schumacher an ein Versprechen des Tuchfabrikanten Fritz Schiffmann von der Gerberstraße. So teilte Stadtdirektor Schumacher in der Sitzung des Hauptausschusses vom 09.03.1956 mit, dass der Tuchfabrikant Fritz Schiffmann der Stadt Euskirchen einen Betrag in Höhe von 10.000,00 DM zur Verfügung stellen wolle. Diese Summe sollte zur Errichtung einer Erinnerungsstätte für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege verwendet werden. In der anschließenden Beratung war der Ausschuss der einhelligen Auffassung, dass die Errichtung einer Erinnerungsstätte mit dem notwendigen Bau einer neuen Leichenhalle geschaffen werden könnte.

Am 03.02.1958 wurde der Verwaltung durch den Bauausschuss der Auftrag erteilt, die Leichenhalle – jetzt Friedhofskapelle genannt – nach dem Entwurf des Dipl.-Ing. Karl-Heinz Zeiger zu bauen. Mit der Herstellung der Gedenktafeln aus Bronzeguss in modellierter Antiqua-Modanausführung wurde die Firma Ernst Strassacker aus Süßen beauftragt. Die Gesamtkosten hierfür betrugen 11.780,00 DM. Die Einweihung der Friedhofskapelle mit Enthüllung der 19 Gedenktafeln für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege fand dann am 14.11.1959, am Tage vor dem Volkstrauertag, statt.