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Bildungspartnerschaft zwischen dem Stadtarchiv Euskirchen und dem Emil-Fischer-Gymnasium

Unterrichtsmaterialien zum Thema „Das Emil-Fischer-Gymnasium während der NS-Zeit“ fertiggestellt

Seit vielen Jahren besteht eine Bildungspartnerschaft zwischen dem Stadtarchiv Euskirchen als außerschulischem Lernort und dem Emil-Fischer-Gymnasium. Zahlreiche zum Teil mit Preisen ausgezeichnete Projekte entstanden in diesen Jahren, die alle die Grundlage und das Ziel hatten, die Regionalgeschichte im Unterricht greifbar, erlebbar und erfassbar zu machen. Geschichte war so nicht mehr nur aus dem Schulbuch erfahrbar, sondern rückte durch Originalquellen und den Handlungsort Euskirchen näher in das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler.

Im Schuljahr 2018/2019 erarbeitete das Stadtarchiv Euskirchen zusammen mit den Geschichtslehrern der Klassen 9 a bis d ein ganz besonderes Projekt:
Die Zeit des Nationalsozialismus wurde in der eigenen Schule, die damals noch Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasium und ab 1937 Emil-Fischer-Oberschule für Jungen hieß, beleuchtet. Dazu konnten die Schulchronik, Abiturarbeiten, Mitteilungsbücher des Schulleiters an die Lehrer sowie viele andere Akten aus dem Stadtarchiv als Quellen genutzt werden. Entstanden sind elf Themen, die die Auswirkungen des Nationalsozialismus auf den Schulalltag, die Schüler, Lehrer und den Unterricht verdeutlichen. Der Widerstand der katholischen Jugendgruppe Neudeutschland, die Entnazifizierung des Schulleiters Josef Franke, nach dem eine Straße in Euskirchen benannt ist, die Ausgrenzung der jüdischen Schüler und ihr weiteres Schicksal, die Kriegsverbrechen des Hauptsturmführers in der Leibstandarte SS Adolf Hitler, Josef Diefenthal, der 1935 am „Emil“ sein Abitur machte sowie die literarische Aufarbeitung im „Simplicius 45“, dessen Autor der ehemalige Schüler Heinz Küpper war, sind nur einige Themen, mit denen sich die Schüler/innen der Klassen 9 im Unterricht befassten.

Damit die Beschäftigung mit der NS-Zeit in der eigenen Schule kein einmaliges Projekt bleibt, wurden Unterrichtsmaterialien erstellt, die in den nächsten Schuljahren in den Klassen, in denen der Unterrichtsplan die Behandlung der NS-Zeit vorsieht, genutzt werden können. Die Unterrichtsmappen, in denen die elf Themen behandelt werden, enthalten allgemeine Informationen zu den einzelnen Aspekten, Quellensammlungen und Aufgabenstellungen. In seinem Umfang und in der Intensität ist das erstellte Unterrichtsmaterial, das speziell auf die NS-Geschichte in der eigenen Schule abgestimmt ist, bislang einmalig in unserer Region.

Gefördert wurde die Herstellung des Unterrichtsmaterials durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft mit der Unterstützung der Archivberatungsstelle des LVR und dem Verein der Freunde, Förderer und Ehemaligen des Emil-Fischer-Gymnasiums e.V..

120 Unterrichtsmappen wurden von Bürgermeister Dr. Uwe Friedl und Schulleiter Dr. Michael Szczekalla in der Aula des Emil-Fischer-Gymnasiums an die Schüler/innen der Klassen 9 übergeben, mit der Bitte, diese an die Schüler/innen der folgenden Klassen 9 weiterzureichen.