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Stolpersteinverlegung in Euskirchen - Gegen das Vergessen

Der Künstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Bürgersteig einlässt. Inzwischen liegen über 60.000 Stolpersteine in 22 Ländern Europas. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern wird die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten.

Am 8. März wurden bereits zum siebten Mal Stolpersteine in Euskirchen verlegt. Insgesamt 31 Steine für sieben Familien wurden in das Pflaster eingelassen. Damit gibt es nunmehr bereits 184 Stolpersteine im Stadtgebiet Euskirchen. Neben zahlreichen Paten und interessierten Bürgern nahmen auch einige Angehörige und Nachfahren der Familien, für die Stolpersteine verlegt wurden, an der Verlegeaktion und der anschließenden Gedenkfeier in der Pfarrgemeinde St. Martin teil. Dr. Margaret Traub, Vorsitzende der Synagogengemeinde Bonn, Dr. Uwe Friedl, Bürgermeister der Kreisstadt Euskirchen sowie Pfarrer Perez-Perez und Pfarrer Thönes fanden dort bewegende Worte.

Bürgermeister Dr. Friedl begrüßte ganz besonders die Angehörigen der jüdischen Familien in Euskirchen. Colin Heymann, der Sohn von Fritz Heymann, für den ein Stein in der Neustraße verlegt wurde, und seine Frau Megan waren aus Australien angereist und trafen sich hier mit ihrem Sohn David, der aus London gekommen war. Das Familientreffen wurde ergänzt durch Yael Artstein, der Tochter von Herta Heymann, der Schwester von Fritz, für die auch ein Stein verlegt wurde, und ihrem Mann Svika, die aus Israel angereist waren. Auch Nachfahren der Familie Orchan, für die Steine in der Baumstraße verlegt wurden, waren aus Israel angereist: Uri Pleshevsky, der Sohn von Rosa Orchan, und Gaby Ben Moshe, die Tochter von Josef Orchan, zusammen mit ihrem Sohn No’am Ben Moshe. Ebenfalls aus Israel war Iris Shalev nach Euskirchen gekommen, eine Angehörige von Fanny Horn, für die ein Stein in der Kirchstraße verlegt wurde.

Im Pfarrzentrum St. Martin hatten die Angehörigen sowie Frau Dr. Traub die Gelegenheit, sich in das Goldene Buch der Stadt einzutragen. Alle empfanden die Verlegung der Stolpersteine, durch die das Andenken an ihre Angehörigen wachgehalten wird, als eine gelungene Art der Erinnerungskultur. Sie dankten sowohl Gunter Demnig als auch der Kreisstadt Euskirchen für diese positive Geste sowie den Paten der Steine, die durch ihre Patenschaft die Steine finanzieren.