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Katholische Pfarrkirche St. Martin

Ältestes sakrales Bauwerk der Stadt. Im Vertrag von Meersen (870) mitbestimmend für die Namensgebung von Euskirchen, damals: „Augstkirche“. Als fränkische Hofes- bzw. Eigenkirche lässt sie sich bis ins 7. Jh. zurückverfolgen, wahrscheinlich entstand der Ursprungsbau auf den Ruinen eines römischen Gutshofes oder Heiligtums, von dem bei Fußbodenarbeiten 1955 und 1970 Reste entdeckt wurden.

Die ursprünglich romanische Saalkirche erfuhr ab der 2. Hälfte des 12. Jh. Erweiterungen, die zunächst die Kreuzesform (14. Jh.), dann den Basilika-Typ (15. Jh.) ergaben, wobei die dazukommenden Bauteile gotischen Stil aufweisen (besonders Hochchor).

Durch den Bevölkerungszuwachs, den steigenden Wohlstand und die Verselbständigung zur eigenverantwortlichen Pfarre noch zur Zeit der Monschauer Herrschaft wurden diese Erweiterungen notwendig. 1190 ist der erste Pfarrer an St. Martin urkundlich bezeugt.

Beim Bau der Stadtmauer (ab 1302) wurde die Kirche in die Befestigungsanlage einbezogen. Bei der Säkularisation (1803) wurde die Georgspfarre mit der Antoniuskapelle der Pfarrkirche St. Martin zugeschlagen. Das Martin-Patrozinium geht auf merowingische Zeit zurück. Zweiter Schutzpatron ist der Heilige Donatus (ab 1632). Beide Patrone sind am Kirchportal (links St. Martin – rechts hl. Donatus) und mehrfach im Inneren der Kirche zu sehen.