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Roitzheim

Roitzheim gehörte schon immer zur engeren Nachbarschaft der Kreisstadt. Beliebt war in früheren Jahren ein Spaziergang entlang der Erft bis nach Roitzheim. Viele Roitzheimer haben ihre Arbeitsplätze in Euskirchens Industrie, und der Sport verbindet das sportfreundliche Dorf in besonderem Maße mit den benachbarten Orten. Roitzheim ist in den ältesten Quellen häufig mit Rüdesheim bei Euskirchen verwechselt worden. Beide Orte kommen im Mittelalter als Ruitzheim oder sogar als Roitzheim vor, und doch haben beide Ortsnamen einen völlig verschiedenen Ursprung.

Um das Jahr 1705 lautet der Name in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs "Rukesheim", d. i. Heim des Ruko oder Roko. Der Name Roko ist die Kurzform wahrscheinlich zu dem Vollnamen Hroc-hard, der Ruhmvolle. Weitere Namensformen des Ortes sind Roixheim (1455), Ruixem (1535), später Rüxheim oder Ruexem. Rukesheim war der Name der Burg, die die Grundlage des Ortes bildete. Sie lag neben der Kirche, wo eine Flur "In der Höstert" heißt. Höstert, älter Hostert, bedeutet Hofstatt. Im Jahre 1337 kaufte Graf Wilhelm von Julien Dorf und Burg Roitzheim vom Abt von Korvey und dessen Bruder Walram. Seither bildete Roitzheim gemeinsam mit Billig eine Unterherrschaft im Herzogtum Jülich bis zu dessen Auflösung 1802; auch hatte Roitzheim ein eigenes Schöffengericht, dessen Siegel erhalten ist. Lehnsträger waren seit 1545 die Walbott von Gudenau. Unter der Preußenherrschaft wurde Roitzheim als Gemeinde 1816 der Bürgermeisterei Kuchenheim im Kreis Rheinbach zugeteilt und kam nach dessen Auflösung 1932 zum Kreis Euskirchen. 

Schon im Liber valoris wird Roitzheim als Kirchenort bezeichnet. Das Patronat hatten die Besitzer der Burg und Unterherrschaft Roitzheim. 1804 wurde die Pfarre aufgehoben und Stotzheim angegliedert, 1856 aber neu eingerichtet. Teile des Turmes und der nördlichen Mauer der Kirche stammen noch aus dem 12. und 13. Jahrhundert. 1477 wurden Gewölbe eingezogen, später aber im Mittelschiff, nachdem die Kirche 1542 in der Jülicher Fehde sehr gelitten hatte, durch eine flache Decke ersetzt, 1931 ist die Kirche wesentlich erweitert worden. Stellenweise wurden spätgotische Wandmalereien freigelegt. Turm und Chor blieben in der bisherigen Form erhalten. 1956 setzte eine weitere gründliche Renovierung ein. Zu Roitzheim rechnet auch die Tomberger Mühle östlich des Dorfes am Erftmühlenbach. Früher waren die Bewohner von Flamersheim, Kirchheim und Palmersheim verpflichtet, in dieser Mühle, die zur Burg Flamersheim in der Herrschaft Tomberg gehörten, ihr Getreide mahlen zu lassen. Unterhalb von Flamersheim weist noch heute das "Tomberger Kreuz" auf den Beginn des Weges zur Tomberger Mühle hin; erst bei der letzten Flurbereinigung ist der Weg verschwunden.

Kaum ein Dorf im Kreise hat in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges so gelitten wie Roitzheim. Beim Kampf um den Erftübergang in den ersten Märztagen 1945 wurden mehrere Einwohner getötet, Häuser und Scheunen in Brand gesetzt oder durch Beschuß zerstört. Die eiserne Erftbrücke war von den deutschen Truppen gesprengt worden. Auch der Bahnhof in Stotzheim brannte völlig aus. Die Jahre des Wiederaufbaues brachten dem Dorf nicht nur gut ausgebaute Straßen und ein neues Schulgebäude, sondern auch eine vorbildliche Sportanlage. Entlang der Erft entstand eine schmucke Siedlung, zwischen den beiden Brücken wurde eine Promenade angelegt. Verhandlungen um die Einrichtung einer Haltestelle an der Bahnlinie Euskirchen - Bad Münstereifel führten nicht zum Ziel.


Die Geschichte von Roitzheim

Ein selbst verfasster Aufsatz von Mirko Richert

Der Name Roitzheim findet sich zum ersten Mal in einer Urkunde, die zwischen den Jahren 1075 und 1100 n. Chr. ausgestellt worden ist. Er lautet dort „Rukesheim, juxta flomen, quod dicitur Arnafa“ (deutsch: Rukesheim an dem Fluss, der Erft heißt). Der Name entstand durch die Burg Ruko, die direkt neben der St. Stephanus Kirche gestanden haben soll. Im Laufe der Zeit verwandelte sich der Name des Dorfes. Erstmal nahe kam der Name „Roixheim“ im Jahre 1455 dem heutigen Namen. Seit 1829 trägt das Dorf den festen Namen Roitzheim. Roitzheim hat einige Führungswandel durchmachen müssen. Unter der Preußenherrschaft wurde das Dorf als Gemeinde 1816 der Bürgermeisterei Kuchenheim im Kreis Rheinbach zugeteilt und kam nach dessen Auflösung 1932 zum Kreis Euskirchen. In Roitzheim herrscht viel Kirchliches treiben. Es gibt gleich drei Baudenkmäler, die mit der Kirche in Verbindung stehen. Die St. Stephanus Kirche, welche eine romanische Saalkirche im 12./13. Jahrhundert war, existiert heute fast nur noch als Neubau. Teile des Kernbaus lassen sich noch heute im Turm und in der nördlichen Schiffmauer finden. 1477 gab es einen großen Umbau. Es wurden gotische Gewölbe eingezogen im Chor, Schiff und Turm. Alte Reliquien wie das Taufbecken aus Basaltstein aus dem 11. Jahrhundert sind in der Kirche zu finden. Das Tomburger Wegekreuz ist ein bedeutendes Denkmal. Früher waren die Bewohner von Flamersheim, Kirchheim und Palmersheim verpflichtet, in dieser Mühle, die zur Burg Flamersheim in der Herrschaft Tomburg gehörten, ihr Getreide mahlen zu lassen. Das Wegekreuz weißt noch heute auf den Weg zur Tomburger Mühle hin. Über das Pfarrhaus ist bekannt, dass es aus dem 19. Jahrhundert stammt.